Gemeinsames Lehren auf Augenhöhe

07.12.2016

Im Rahmen einer 1-jährigen Lehrveranstaltung lernten 15 Studierende selbstständig ein wissenschaftliches Projekt abzuwickeln. Das Lehrveranstaltungs- und Forschungsdesign war inklusiv und partizipativ ausgerichtet.

Inklusives Lehr-Team

Ein inklusives Lehr-Team hat nun ein Jahr lang 15 Studierende begleitet und angeleitet. Eine der drei Leiterinnen zählt sich zu den Menschen mit Lernschwierigkeiten. Sie war mit einem Lektoren-Vertrag an der Johannes Kepler Universität angestellt und arbeitsrechtlich ihren Kolleginnen gleichgestellt.

Barrierefreie Wissensvermittlung: Fragen vorher und nacher? Ein Gewinn für Alle

Am Beginn des Kurses haben wir nicht gewusst, wie und ob sich die Lehrveranstaltung gut entwickeln würde. Für Franziska Mitter, als Mensch mit Lernschwierigkeiten, war es das erste Mal, dass sie an einer Universität unterrichtete. Nach ihrer Schulzeit stufte man sie so ein: Wegen Beeinträchtigungen sei sie „nicht fähig“ durch eigene Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Franziska Mitter war deshalb selbst eine Zeit lang in Geschützter Arbeit tätig. Diese Einteilung ist heute nicht mehr nachzuvollziehen. Heute arbeitet Frau Mitter als Fachkraft am 1. Arbeitsmarkt.

Nach anfänglicher Nervosität aller verlief das Kennenlernen des Teams und der Studierenden sehr gut. Die Kursleiterinnen fanden nach kurzer Zeit eine passende Art der Zusammenarbeit. Das umfasste beispielsweise eine fix geplante Zeit für Vorbereitung und Austausch.

Die Kursleiterinnen überwachten die methodische und inhaltliche Richtigkeit und die barrierefreie Zugänglichkeit der Inhalte. Das betrifft beispielsweise auch die Wanderausstellung, die zusätzliche eine Begleitbroschüre in leicht verständlicher Sprache bietet.

Und: Die Studierenden machten aufgrund der Beeinträchtigungen keine Unterschiede. Am Ende bleibt der Rückblick auf den Kurs. Der zeigt: Jede und jeder hat sehr viel gelernt.

(Quelle: Franziska Mitter und Angela Wegscheider)

(von KI-I)