Wenn die Sprache Hürde wird

20.04.2018

Am Freitag, 25. Mai, findet im Kulturzentrum Bruckmühle im Pregarten der „Tag ohne Barrieren statt.

Vier von zehn Erwachsenen in Österreich können Texte, die für ihren Alltag von Bedeutung sind, nicht sinnerfassend lesen. Betroffen sind nicht nur Menschen, für die Deutsch ihre Zweit-oder eine Fremdsprache ist. Auch Menschen mit Deutsch als Erstsprache haben mitunter gravierende Probleme. „Vielen ist es unangenehm, ihre Lese-und Verständnisprobleme offen zuzugeben“, sagt Hans Dirnberger. Der 74 jährige Hagenberg war früher in der Pharmabranche tätig und dort für den Bereich Qualitätssicherung zuständig. Seit 2011, seitdem er auf Grund einer Krankheit Im Rollstuhl sitzt, beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Barrierefreiheit und profitiert dabei von seinen beruflichen Erfahrungen. Er hat nicht nur ein Handbuch samt Checkliste verfasst, sondern er ist auch Sprecher des Kernteams des EU-Leader-Projektes „Barrierefrei durchs Mühlviertler Kernland.“

Nicht nur Rollstuhlfahrer

„Barrierefreiheit betrifft längst nicht nur Rollstuhlfahrer“, sagt Dirnberger. „Barrierefreiheit muss viel umfassender betrachtet werden. Die Zielgruppe ist größer und vielschichtiger als nur gehbeeinträchtigte Personen, an die die meisten zuerst denken.“ Damit erklärt sich auch die Veranstaltung, die am Freitag, 25. Mai, 15 Uhr in der Bruckmühle Pregarten stattfindet. Beim „Tag ohne Barrieren“ steht leicht verständliche Sprache im Mittelpunkt. Als Träger fungiert der Zivil-Invalidenverband. „ Wir setzen uns dafür ein, dass die gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen möglich wird“, sagt Geschäftsführer Michael Leitner. Fachpartner ist das Kompetenznetzwerk Informationstechnologie zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen (KI-I).

 

„Barrieren gibt es ganz viele zu überwinden“, sagt Kerstin Matausch-Mahr vom KI-I. „Das beginnt mit leicht verständlichen Texten, die an die jeweilige Zielgruppe angepasst sind. Arbeits- und Gebrauchsanleitungen, Produktinformationen, Verträge oder Sicherheitshinweise sind nur einige Bereiche mit hohem Bedarf an leicht verständlicher Sprache.“ Beim „Tag ohne Barrieren“ geht es nicht nur tierisch ernst zu. Humorvolle Sketche zeigen mit Leichtigkeit die Doppeldeutigkeiten unserer Sprache auf. Quelle: Bezirksrundschau Freistadt