„So viel wie möglich selbst machen können“

14.01.2019

„Da die Verkennung und Missachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei führten, die das Gewissen der Menschheit tief verletzt haben, und da die Schaffung einer Welt, in der den Menschen frei von Furcht und Not Rede-und Glaubensfreiheit zuteil wird, als das höchste Bestreben der Menschheit verkündet worden ist, verkündet die Generalversammlung die vorliegende Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende Gemeinsame ideal.“ (präambel)

 

Desi Mayr wird 1963 mit offener Wirbelsäule geboren, sie ist seit ihrer Geburt Querschnittgelähmt. Als sie Sechs Monate alt ist, kommt das bettlägerige Kind in das Kinderheim Sonnenhof, dann in das Diakoniewerk Gallneukirchen. Die Eltern können sich nicht um sie kümmern. Als sie 4 Jahre alt ist, wird sie operiert, um in einem Rollstuhl sitzen zu können. Die Eltern besuchen Desi einmal im Monat, mehr Kontakt gibt es nicht. Dennoch sagt sie: “Ich bin hier mehr gefördert worden, als es bei uns in der Familie möglich gewesen wäre.“ Nach der allgemeinen Sonderschule, die sie bis zu ihrem 17. Lebensjahr besucht, wird eine Lehrer oder eine weitere Berufsausbildung der jungen Frau nicht ermöglicht. Arbeit findet sie nur in den Werkstätten der Diakonie. Für Taschengeld. Dann wagt sie einen großen Schritt. Sie kann in eine eigene Wohnung ziehen, erreicht, wovon viele Menschen mit Beeinträchtigung träumen. Sie hat endlich Privatsphäre, meistert den Alltag selbst.

Sich selbst etwas zuzutrauen, weiß Desi Mayr, ist entscheidend im Umgang mit Beeinträchtigung. „Hilfe ist wichtig, aber selbstständig zu werden, ist der bessere Weg. Es gibt zu viele Barrieren im Alltag, daher werden viele Menschen behindert, sich frei zu bewegen.“ Mayr engagiert sich in Projekten des öffentlichen Verkehrs, wird Sprecherin von Menschen mit Beeinträchtigung in der Diakonie und bildet sich als Menschenrechtsaktivistin weiter.

Was sie beschäftigt, sind die entscheidenden Einsparungen im Pflegeberreich. Das wirkte sich Dramatisch aus auf die Lebensbedingungen von Menschen mit Beeinträchtigung. Fehlt das Personal, können gewisse Leistungen einfach nicht mehr erbracht werden. Auch Vorurteile gibt es noch genug.

Ihr Ziel ist klar formuliert: „Ich möchte auch Im Alter so viel wie möglich selbst machen. Traut uns doch einfach mehr zu!“

 

Quelle Nachrichten