„Dieser Mann ist ein Tausendsassa“ Vom Rollstuhl ins DTM-Rennauto

29.08.2018

Alessandro Zanardi als Highlight der Flutlicht-Show MISANO. Der deutschen Tourenwagen-Meisterschaft DTM geht an Wochenende in Misano erstmals ein Licht auf. Überstrahlt Wird die Flutlicht-Premiere von einem Gastfahrer, der in einem BMW M4 Gas geben wird. Mit der Hand. Den Beine hat Alessandro „Alex“ Zanardi seit einem fürchterlichen Rennunfall vor 17 Jahren keine mehr.

Der ehemalige italienischer Formel-1-Pilot (41 Rennen) und zweifache ChampCar-Meister hat seit seinem Rennunfall, bei dem er beide Beine verloren hat, eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte geschrieben. Seine Rückkehr in das normale Leben inspiriert seit Jahren viele Menschen.

Einer der vielen Bewunderer des 51-Jährigen ist Oberösterreichs Paralympics-Champion Walter Ablinger, der Zanardi in der Paracycling-Szene kennen gelernt hat. Dort zählen der Innviertler und der Italiener-wenn auch in verschiedenen Klassen-zur absoluten Weltklasse. „Alex ist ein echter Profi, der extrem akribisch arbeitet“ ,sagt Ablinger, der aber auch vom Charisma Zanardis angetan ist. „Obwohl er in Italien den Status einer Legende hat, ist er sehr zugänglich und beantwortet jede Frage. Geheimnisse vor der Konkurrenz hat er keine.“

Mit dem Handbike hat Zanardi in Rio und London viermal Paralympics-Gold gewonnen, daneben versuchte er sich als Triathlet und absolvierte unter anderem beim Klassiker auf Hawaii, aber auch in Klagenfurt die Ironman-Distanz. Ablinger: „Dieser Mann ist ein Tausendsassa, alles, was er tut, macht er zu hundert Prozent.“ So wird es wohl auch am Wochenende bei der Flutlichtpremiere der DTM in Misano bei Rimini sein.

Zanardi hat ein umfangreiches Vorbereitungsprogramm absolviert. Erstmals wird er ohne Beinprothese im Auto sitzen, da ihm die BMW-Techniker ein besonderes Auto auf die Räder gestellt haben, in dem der Italiener mit der Hand sowohl Gas geben als auch bremsen kann. Seine Ironman-Erfahrung wird ihm da wohl zugute kommen, denn in den beiden Rennen wird er körperlich Schwerstarbeit leisten müssen. Die spezielle Bremse verlangt zum Beispiel einen „Händetruck“ bis 65 Kilo.

Sicherheitsbedenken zerstreut Zanardi im Falle eines Ausrutschers ins Kiesbett könne er das Auto problemlos verlassen. „ Es sieht zwar nicht besonders toll aus, aber ich komme mit meinen Armen schneller vorwärts als auf den Beinprothesen.“  Mitte September 2018 werden die beiden beim DTM – Heimspiel auf dem Red-Bull-Ring im Rampenlicht stehen.

 

(Quelle: Nachrichten)