Das Feuer brennt wieder

13.03.2018

Bei den Paralympics in Pyeongchang soll Österreichs Erfolgslauf verlängert werden

Pyeongchang. Fünf Mal Gold, drei Mal Silber und sechs Mal Bronze brachten Österreichs Sportler von den Olympischen Winterspielen aus Südkorea mit nach Hause. Es darf ein bisserl mehr sein: Den auch bei den Paralympics der Sportler mit körperlicher Beeinträchtigung hat das rot-weiß-rote Team heiße Eisen im olympischen Feuer, das in Pyeongchang wieder entfacht wird.

Vielleicht ein gutes Omen: Schon vor der Eröffnungsfeier gab es im Jeongseon Alpine Centre ein österreichisches Erfolgserlebnis. Para-Ski-Ass Markus Salcher markierte im ersten Training für die Abfahrt am Samstag eine souveräne Bestzeit. Anders als die Profis aus dem Weltcup—Zirkus wird der 26-jährige Kärntner bei der Eröffnungsfeier dabei sein, obwohl am nächsten Tag sein Rennen auf dem Programm steht. „Auf dieses Erlebnis möchte ich nicht verzichten. Außerdem kann ich vor so einem Rennen sowieso nicht gut schlafen“, sagt Salcher, der bereits drei Paralympic-Medaillen gewonnen hat.

„Ein bisschen Mut“

Auch die Niederösterreicherin Claudia Lösch zählt im rot-weiß-roten Aufgebot zu den Routiniers. Die 29-Jährige stand bei den Paralymics schon sieben Mal auf dem Stockerl und zählt in Pyeongchang vor allem in der Abfahrt zu den Titelanwärterinnen. Die Strecke sollte ihr liegen. Lösch: „Es sind sehr viele schöne Übergänge drinnen, wo man schon ein bisschen Mut braucht.“

Oberösterreich ist in Südkorea mit zwei Medaillenanwärtern vertreten, zumindest wenn man die geografische Zuordnung nicht ganz eng sieht. Patrick Mayrhofer, ein gebürtiger Rohrbacher, der in Wien lebt, absolviert auf dem Snowboard seine Paralympic-Premiere.

Der 29-Jährige, dessen linker Unterarm nach einem Stromschlag amputiert werden musste, durfte in Sotschi olympisch nicht mitspielen, da seine Wertungsklasse aus dem Programm gestrichen worden war. In der kommenden Woche will er sich seinen Medaillentraum erfüllen, obwohl er mit einem Schienbeinkopfbruch vor einem Jahr noch angeschlagen ist. Mayrhofer: „Das werde ich ausblenden.“

Auch Reinhold Schett - der gebürtige Tiroler lebt in Pischelsdorf (Bezirk Braunau) – ist auf dem Snowboard unterwegs und zum ersten Mal bei den Paralympics. Eine Medaille im Snowboardcross am 12. März wäre ein ideales Geschenk an seinem 37. Geburtstag. Bei der WM 2017 in Kanada hat er mit Silber und Bronze schon im Spitzenfeld glänzen können. Zu einem Oberösterreicher-Duell wird es in Pyeongchang übrigens nicht kommen. Mayrhofer und Schett, der nach einem Snowboardunfall eine inkomplette Querschnittlähmung hat, treten in verschiedenen Klassen an.

13 Aktive aus Österreich

Insgesamt treten bei den Paralympics vom 9. bis 18. März 570 Athleten aus 49 Ländern in 80 Bewerben an. 13 Aktive kommen aus Österreich. Von den Bewerben werden täglich Zusammenfassungen gezeigt (ORF eins und ORF Sport +).

Quelle: Oberösterreichische Nachrichten